Parlamentarische Meeresabende

Offiziell als UN-Ozean-Dekade-Aktivität anerkannt

Parlamentarische Meeresabende im Rahmen des German Ocean Festivals

Das German Ocean Festival soll den Menschen Mut machen und Perspektiven eröffnen, sich in vielerlei Hinsicht um unseren größten Lebensraum zu kümmern – und zwar sofort. Mit diesem Projekt wollen wir außerdem für eine Einbettung des Meeres im politischen Berlin sorgen. Das German Ocean Festival umfasst daher 2026 vier Parlamentarische Meeresabende, die über das Jahr verteilt sind. Fokus sind politische Akteure, allerdings ist auch eine Vernetzung mit Unternehmen und der Zivilgesellschaft geplant.

Dabei werden die Themenbereiche Ozeandekade, nationale, europäische und internationale Meerespolitik sowie Ocean Literacy, Blue Economy und nachhaltige Produkte im Fokus stehen. Eine immersive Meeresshow und musikalische Begleitung sollen wieder dafür sorgen, dass der Lebensraum „Meer“ sinnlich erfahrbar wird. Die Parlamentarischen Meeresabende werden jeweils mit einer Diskussionsrunde abschließen, in der ein Abgleich zwischen dem Status quo der deutschen Meerespolitik im Vergleich zu europäischen und internationalen Entwicklungen stattfinden soll.

Der nächste Parlamentarische Meeresabend findet zum Thema Ocean Literacy am 01. Juli 2026 auf der Cap San Diego in Hamburg statt. Beginn: 19 Uhr.

Der Event beinhaltet Workshops sowie den Besuch des größten seetauglichen Museumsschiffs der Welt.

Parlamentarischer Meeresabend im April 2026 in Berlin: Ozeanpolitik muss in Deutschland ressortübergreifend, international und über Parteigrenzen hinweg deutlich stärker vorangetrieben werden

Der 5. Parlamentarische Meeresabend der Deutschen Meeresstiftung im Zeiss-Großplanetarium Berlin hat ein klares politisches Signal gesetzt: Der Schutz und die nachhaltige Nutzung des Ozeans müssen in Deutschland auf nationaler wie internationaler Ebene wesentlich besser koordiniert werden. Über Parteigrenzen und Ressortgrenzen hinweg müsse das Thema Meer künftig regelmäßiger und verbindlicher auf die politische Agenda des Deutschen Bundestages.

Im Mittelpunkt des Abends stand die Halbzeitbilanz der UN-Dekade der Ozeanforschung für nachhaltige Entwicklung (2021–2030). Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft betonten übereinstimmend, dass die Bedeutung des Ozeans für Klima, Biodiversität, Ernährung, Wirtschaft und globale Stabilität in Deutschland noch immer nicht ausreichend im politischen Handeln abgebildet wird.

Breiter Konsens über Handlungsbedarf

In der Diskussion wurde deutlich, dass der Ozean als Lebensgrundlage der Menschheit politisch weit stärker in den Mittelpunkt rücken muss.

Der Nachhaltigkeitsexperte Dr. Daniel Dahm forderte einen grundlegenden Kurswechsel in der politischen und wirtschaftlichen Ordnung:
„Wir brauchen einen Ordnungsrahmen, der den Aufbau von Ökosystemen belohnt.“

Johann Saathoff, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, unterstrich die Notwendigkeit eines engeren Zusammenspiels auf allen Ebenen: „Das Meer ist unsere Lebensgrundlage, vom Sauerstoff zum Atmen bis zu den Fischen, die wir essen. Diesen Schatz gilt es zu schützen. Hierfür ist die UN-Ozeandekade wichtig. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) setzt sich weltweit ein für den Schutz mariner Ökosysteme und die Verbesserung der Lebensbedingungen der Küstenbevölkerung.“

Der Bundestagsabgeordnete Marcel Bauer mahnte, dass Meeresschutz nicht ohne Klimaschutz möglich ist, und forderte eine Verhundertfachung des Budgets für die UN-Ozeandekade in Deutschland.

Karin Kortmann, stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen, warb dafür, das Thema aus der Ressortlogik herauszuholen. Der Ozean gehöre „vor die Klammer“.

Frank Schweikert, Vorstand der Deutschen Meeresstiftung, bezeichnete die UN-Ozeandekade als „Wake-Up-Call“ und rief zur weiterführenden Zusammenarbeit zwischen Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft auf, um in der zweiten Halbzeit der UN-Ozeandekade einen sichtbaren deutschen Beitrag zu leisten.

Ozeanpolitik als gemeinsame Zukunftsaufgabe

Ein zentrales Ergebnis des Abends war die gemeinsame Einschätzung, dass Meeresschutz nicht länger als Spezialthema behandelt werden darf. Vielmehr müsse der Ozean als Querschnittsaufgabe verstanden werden, die Umwelt-, Forschungs-, Entwicklungs-, Wirtschafts- und Finanzpolitik gleichermaßen betrifft.

Die Teilnehmenden betonten zudem, dass Deutschland seiner internationalen Verantwortung stärker gerecht werden müsse – sowohl in multilateralen Prozessen als auch in der nationalen politischen Debatte. Regelmäßige parlamentarische Befassung, bessere ressortübergreifende Abstimmung und mehr Sichtbarkeit des Themas in der öffentlichen Diskussion seien dafür unerlässlich.

Jugend fordert Mitsprache

Ein starkes Signal setzte auch das neu gegründete JugendOzeanNetzwerk, das beim Parlamentarischen Meeresabend mehr politische Sichtbarkeit und echten Einfluss junger Menschen in der deutschen Ozeanpolitik einforderte. Die junge Generation, die am längsten mit den Folgen eines ungesunden Ozeans leben werde, müsse stärker in politische Prozesse einbezogen werden.

Parlamentarischer Meeresabend diskutiert Wege zum "Ocean Act" - Dezember 2025

Die Europäische Union steht vor der historischen Chance, eine gemeinsame und zukunftsorientierte Vision für unseren größten Lebensraum, den Ozean, zu verwirklichen. Dies war der zentrale Tenor des Parlamentarischen Meeresabends der Deutschen Meeresstiftung im Zeiss-Großplanetarium in Berlin am 9. Dezember.

Der European Ocean Pact ist eine Strategie der Europäischen Kommission, die bislang verstreute Initiativen in den Bereichen Umwelt, Wirtschaft, Sicherheit und Forschung unter einem gemeinsamen Dach bündelt. Doch wie kann Deutschland den Ocean Pact konkret politisch, wissenschaftlich, wirtschaftlich und gesellschaftlich umsetzen? Wie wird aus dem "Ocean Pact" ein "Ocean Act"?

Hochkarätige Rednerinnen und Redner gingen in inspirierenden Keynotes und einer engagierten Diskussionsrunde auf diese Frage ein. Carsten Träger, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium, forderte in seinem Beitrag:
"Mit dem EU-Ozeanpakt wollen wir eine Trendwende einleiten. Die Meere sollen besser geschützt, die nachhaltige blaue Wirtschaft gefördert sowie Wohlstand und Sicherheit der Menschen in den Küstengebieten unterstützt werden. Außerdem werden die Forschung und das Wissen über die Meere gefördert durch den Vorschlag einer ehrgeizigen EU-Meeresbeobachtungsinitiative".

Auch die Europaabgeordnete Jutta Paulus äußerte sich deutlich. Deutschland müsse eine eigene politische Vision für den Ocean Act entwickeln. Es sei außerdem entscheidend, die Umsetzung zu gewährleisten.
"Unsere Meere brauchen Hilfe! Dafür müssen bestehende Regeln endlich durchgesetzt werden, statt über Abschwächung zu schwadronieren. Der Ocean Act muss sicherstellen, dass Fortschritte messbar sind, mit verbindlichen Zwischenzielen und regelmäßiger Kontrolle".

Catherine Chabaud, französische Ministerin für Meer und Fischerei, betonte die Bedeutung des Ozeans für die Menschen in Europa und kündigte die Gründung einer Gruppe der „Freunde des Ozeans“ im Europäischen Rat an, um die Umsetzung des "Ocean Pact" durch den „Ocean Act“ aktiv zu begleiten. Frank Schweikert, Vorstand der Deutschen Meeresstiftung, appellierte an die deutsche Politik, unverzüglich eine nationale „Ocean Act“-Initiative zu starten.

Die Redner*innen verdeutlichten während der Veranstaltung die Vielschichtigkeit des European Ocean Pact und seine Bedeutung für zahlreiche Lebensbereiche. Für Petros Michelidakis, Direktor der boot Düsseldorf, bedeutet nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit heute, ökologische Verantwortung als Innovationsmotor zu begreifen. Er fasste zusammen: „Der European Ocean Pact ist mehr als ein politisches Dokument, er ist ein Aufruf, zu handeln. Und – er fordert uns alle auf, Verantwortung zu übernehmen.“

Auch in der anschließenden Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass die Umsetzung des Ocean Acts eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist. Die Teilnehmenden – Jutta Paulus, Angela Schultz-Zehden (Geschäftsführerin SUBMARINER) und Dr. Ludger Weß (Co-Founder and Managing Partner bei akampion und co-founder von 350PPM Biotech) – waren sich darüber einig, dass Deutschland dabei keine Angst davor haben dürfe, Innovationen voranzubringen und dass es entscheidend ist, eine Vernetzung zwischen den wirtschaftlichen Akteuren untereinander, aber auch mit der Politik, zu fördern.

Parlamentarischer Meeresabend September 2025: Eine nachhaltige Blue Economy in Deutschland

Deutschland muss jetzt Chancen ergreifen und eine zukunftsfähige Blue Economy aufbauen, war das einhellige Feedback der Parlamentarier auf dem dritten Parlamentarischen Meeresabend im Zeiss-Großplanetarium in Berlin der Deutschen Meeresstiftung am 23. September. Der Ozean bietet weltweit ein riesiges Potenzial für deutsche Unternehmen und Wissenschaftler*innen zur nachhaltigen Nutzung und Entwicklung von Meeren und Küstenregionen. Als Teil der Europäischen Union, die über die weltweit größte ausschließliche Wirtschaftszone verfügt, trage Deutschland eine besondere Verantwortung, neue und zukunftsfähige Wirtschaftsformen im Meer zu entwickeln.

Wegweisende Beispiele für eine Transformation hin zu einer nachhaltigen blauen Wirtschaft und innovative Konzepte für die Zukunft der Fischerei in Deutschland präsentierte Dr. Annamari Arrakoski-Engardt, CEO der John Nurminen Foundation. Sie teilte eindrucksvolle Beispiele einer gelebten Blue Economy in Skandinavien und betonte: „Europa braucht Deutschland. Wenn Deutschland den Blick auf die Meere richtet – auf Ostsee, Nordsee oder andere Gewässer – dann tut das ganz Europa auch."

„Das Meer sollte in Wirtschaft und Bildung zur Priorität werden“, forderte Frank Schweikert, Vorstand der Deutschen Meeresstiftung. Auch Keynote-Speaker Andreas Jung MdB, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, unterstrich: „Das Meer, Meeresschutz, Meereswirtschaft, Blue Economy – all das muss noch mehr in den Mittelpunkt unserer Debatten.“

Ein zentraler Bestandteil der Blue Economy ist die Fischerei, die in Deutschland extrem unter Druck steht. Besonders die Küstenfischerei in Nord- und Ostsee leidet unter Klimawandel, Überfischung und wirtschaftlichen Krisen. Eine nachhaltige Blue Economy eröffnet hier große Chancen: für den Schutz mariner Lebensräume, gemeinwohlorientiertes Wachstum und ein modernes, breiter definiertes Berufsbild des Fischers.

Vor diesem Hintergrund stellten Frank Schweikert sowie Peter Dietze, der letzte Fischer aus Niendorf, die „Niendorfer Erklärung“ vor – ein Bekenntnis, den Fischerberuf zu bewahren und zugleich im Sinne des Gemeinwohls neu zu definieren.  Demnach könnten die Fischer auch wichtige Aufgaben in der Meeresbildung, der Forschung und beispielsweise bei der Ernte von Algen wahrnehmen. Das über Generationen gesammelte Wissen der Fischer darf nicht verloren gehen. Es bildet die Basis für Identität, Resilienz und Nachhaltigkeit an den Küsten – und dient als Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft.

In der Diskussion waren die anwesenden Bundestagsabgeordneten Mareike Hermeier (Die Linke), Leif Erik Bodin (CDU), Christoph Frauenpreiß (CDU), Holger Mann (SPD) sich einig: Es sei dringend notwendig zu handeln, um die Fischerei in Deutschland zu sichern und eine nachhaltige Blue Economy aufzubauen.

Parlamentarischer Meeresabend Juli 2025:
Schutz der Artenvielfalt im Ozean und des Weltklimas

Gemeinsam mit der Stiftung Planetarium Berlin und in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. hat die Deutsche Meeresstiftung am 8. Juli einen weiteren erfolgreichen Parlamentarischen Meeresabend veranstaltet. Im Zentrum der Veranstaltung stand der dringende Schutz der biologischen Vielfalt im Meer und der Kampf gegen die Klimakrise – globale Herausforderungen, die wissenschaftlich, politisch und gesellschaftlich gleichermaßen diskutiert wurden.

Den Auftakt bildeten eindrucksvolle Beiträge von Antonia Spielvogel (Young Ocean Protection Ambassador) und Steffi Lemke, ehemalige Bundesumweltministerin, die ihre Eindrücke von der UN-Ozeankonferenz (UNOC3) in Nizza teilten.

Prof. Dr. Matthias Glaubrecht, Evolutionsbiologe und Autor, verdeutlichte in seiner Keynote die dramatischen Folgen des weltweiten Artensterbens – insbesondere in den Ozeanen. Einen innovativen Lösungsansatz präsentierten Hans-Josef Fell, Prof. Dr. Victor Smetacek und Dr. Miriam Philippi: Sie stellten die Vision eines großflächigen Ocean-Farmings mit freitreibenden Großalgen vor. Diese naturbasierte Technologie bietet enormes Potenzial zur CO₂-Entnahme, zur Regeneration mariner Ökosysteme und als Quelle nachhaltiger Rohstoffe. Shamim Wasii Nyanda vom Tanzania Ocean Climate Innovation Hub machte in einer Videobotschaft deutlich, dass dafür internationale Kooperationen nötig und möglich wären.

Die Abgeordneten Dunja Kreiser (SPD) und Violetta Bock (Die Linke) brachten sich aktiv in die anschließende Diskussionsrunde ein und diskutierten, wie die Politik aktive Klimaschutzmaßnahmen, den Schutz mariner Ökosyteme und soziale Gerechtigkeit verbinden kann. Im Vordergrund stand dabei auch die Entwicklung einer gemeinwohl-orientierten Wirtschaft und deren Potenzial.  

Den Abschluss bildeten ein pointiertes Schlusswort von Dr. Ekkehard Griep, DGVN-Vorsitzender, der ebenfalls die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit hervorhob, sowie eine stimmungsvolle musikalische Begleitung durch das Orchester des Wandels. 

Erster Parlamentarischer Meeresabend November 2024 - Politische Diskussion unterm Sternenhimmel

Am 12. November 2024 luden die Deutsche Meeresstiftung, die Stiftung Planetarium Berlin und die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) zum Parlamentarischen Meeresabend ein. Die Veranstaltung vereinte eindrucksvoll Wissenschaft, Politik, Kultur und Zivilgesellschaft im Zeichen des Meeresschutzes.

Den stimmungsvollen Auftakt bildete der Film „Song of the Birds“ – eine poetische Unterwasser-Inszenierung mit dem Orchester des Wandels, das den Meeresboden zur Bühne machte. Die anschließende Begrüßung durch die Vorstände der veranstaltenden Partner wurde durch eindrucksvolle 360°-Bilder des Planetariums visuell untermalt und zog das Publikum mitten hinein in die Welt der Ozeane.

Mit einer bewegenden Live-Performance sorgte das Orchester des Wandels gleich zu Beginn für Gänsehautmomente, bevor die wissenschaftlichen Beiträge das Ruder übernahmen.

Prof. Dr. Stefan Rahmstorf erläuterte den engen Zusammenhang zwischen Ozean und Klima und machte klar: Ohne gesunde Meere ist wirksamer Klimaschutz nicht möglich. In einer Video-Keynote brachte Dr. Anna von Rebay die rechtliche Perspektive ein und betonte die Bedeutung verbindlicher rechtlicher Rahmenbedingungen für den Meeresschutz auf internationaler Ebene.

Einen zivilgesellschaftlichen Impuls lieferte Frank Schweikert, der auf die jüngste Umfrage der Deutschen Meeresstiftung zur Ocean Literacy einging. Die Ergebnisse zeigen klar: Die Öffentlichkeit fordert mehr Aufklärung, klare Zuständigkeiten und ein stärkeres Engagement für den Schutz der Meere.

Höhepunkt des Abends war die anschließende politische Podiumsdiskussion, moderiert von Oliver Hasenkamp (DGVN), mit den meerespolitischen Sprecher:innen aller demokratischen Bundestagsfraktionen. Die Diskussion beleuchtete nicht nur parteipolitische Positionen, sondern auch die persönlichen Motivationen der Abgeordneten und konkrete Pläne für die kommende Legislatur.

Um sich die Dokumentation zu der Veranstaltung anschauen zu können,
schreiben Sie bitte eine kurze E-Mail an
office@meeresstiftung.de.