Sturm bremst Forschung – Nachwuchswissenschaftler liefern dennoch wichtige Daten zu sauerstoffarmen Gewässern in der Trave und zu den Sauerstofflöchern der Ostsee

Niendorf/Ostsee, Juli 2026. Trotz einer anhaltenden Sturmwetterlage hat das erste Forschungsteam des bundesweiten Meereswettbewerbs „Forschen auf See“ seine Expedition an Bord des Forschungs- und Medienschiffs ALDEBARAN erfolgreich abgeschlossen. Drei Oberstufenschüler des Carl-von-Ossietzky-Gymnasiums Bremerhaven gingen der Frage nach, ob die sauerstoffarmen „Todeszonen“ der Ostsee bislang unterschätzte Quellen klimaschädlicher Gase wie Methan und Kohlendioxid sein könnten.

Die fünftägige Expedition führte die Schülerinnen und Schüler entlang der Trave, durch die angeschlossenen Gewässer und – soweit es die Wetterbedingungen zuließen – über die Ostsee bis nach Timmendorfer Strand. Ihren Abschluss fand die Forschungsreise im Niendorfer Hafen. Aufgrund der anhaltenden Sturmwetterlage konnten die geplanten Forschungsarbeiten auf der offenen Ostsee jedoch nur an einem einzigen Tag durchgeführt werden. Der überwiegende Teil der Messungen musste deshalb in der Trave sowie in den angeschlossenen Binnengewässern erfolgen. Mithilfe einer hochauflösenden Unterwasserkamera und einer modernen Multisonde dokumentierten die Nachwuchsforschenden den ökologischen Zustand der untersuchten Gewässer und suchten gezielt nach sauerstoffarmen Bereichen am Gewässergrund.

Trotz der schwierigen Bedingungen konnten wertvolle Messdaten gewonnen werden. Sie liefern wichtige Hinweise auf den ökologischen Zustand der Trave und der angeschlossenen Gewässer sowie auf die Sauerstoffsituation in der Ostsee. Die Daten tragen dazu bei, die Entstehung und Entwicklung sauerstoffarmer Gewässer in der Trave und die Ursachen der Sauerstofflöcher in der Ostsee besser zu verstehen. Die Expedition zeigt eindrucksvoll, wie junge Menschen durch eigene wissenschaftliche Forschung einen konkreten Beitrag zum Meeresschutz leisten können.

Im Mittelpunkt des Projekts stand die Frage, welche klimarelevanten Gase in sauerstoffarmen Bereichen des Meeresbodens entstehen und welche Rolle sie möglicherweise für den Klimawandel spielen. Untersucht werden dabei insbesondere Methan, Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff – Stoffe, die sowohl die Gesundheit der Ostsee als auch globale Klimaprozesse beeinflussen können. Die während der Expedition entnommenen Wasserproben werden nun gemeinsam mit den wissenschaftlichen Patinnen ausgewertet. Zusammen mit den erhobenen Messdaten bilden sie eine wichtige Grundlage für die weitere wissenschaftliche Analyse.

Begleitet wurde das Projekt von den Wissenschaftspatinnen Dr. Mona Norbisrath und Clara Taetz, die die Schülerinnen und Schüler bei Planung, Durchführung und Auswertung ihrer Untersuchungen unterstützten.

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