Gemeinwohl-Hub

Naturverträgliches Antifouling

In der dritten Ausgabe unserer Dialogreihe am 9. Juni sprachen wir mit Tim Heusinger von Waldegge, stellvertretender Gruppenleiter am Fraunhofer IFAM darüber, wie Antifouling im Wassersport wirksam und gleichzeitig naturverträglich gestaltet werden kann – mit Praxisimpulsen, Austausch und konkreten Lösungsansätzen.

Drei zentrale Erkenntnisse aus dem Digital Hub Meeting möchten wir mit Ihnen teilen:

1. Umweltverträgliches Antifouling ist ein wichtiger Hebel für Klima- und Gewässerschutz

Die Vermeidung von Bewuchs an Schiffsrümpfen kann wesentlich dazu beitragen, den Strömungswiderstand zu reduzieren und damit Treibstoffverbrauch sowie CO₂-Emissionen zu senken. Darüber hinaus kann sie das Risiko verringern, dass über Schiffsrümpfe invasive Arten zwischen verschiedenen Gewässern verschleppt werden. Gleichzeitig besteht die Herausforderung darin, wirksame Antifouling-Maßnahmen zu entwickeln und einzusetzen, die keine oder möglichst geringe negative Auswirkungen auf Gewässerökosysteme und die dort lebenden Organismen haben.

2. Eine allgemein geeignete Universallösung für umweltverträgliches Antifouling steht derzeit noch nicht zur Verfügung

Nach aktuellem Wissensstand gibt es bislang keine Antifouling-Lösung, die Wirksamkeit, Umweltverträglichkeit, Wirtschaftlichkeit und Praxistauglichkeit gleichermaßen für alle Gewässertypen, Nutzungsprofile und Bootsmaterialien erfüllt. Vielmehr hängt die Eignung einer Maßnahme stark von Faktoren wie Gewässerart, Nutzungsintensität, Liegezeit und Rumpfmaterial ab. Für Boote mit längeren Liegezeiten wurde deshalb hervorgehoben, dass das temporäre Auslagern mittels Hebe- oder Trockenliegesystemen in vielen Fällen eine besonders umweltschonende Alternative darstellen kann.

3. Citizen Science könnte die Entwicklung geeigneter Lösungen deutlich beschleunigen

Um vorhandenes Wissen systematisch nutzbar zu machen, wurde vorgeschlagen, Erfahrungen von Bootseignerinnen und Bootseignern, Werften, Marinas und weiteren Akteuren im Rahmen eines Citizen-Science-Ansatzes zusammenzuführen. Aufbauend auf dem bestehenden Bewuchs-Atlas des Umweltbundesamtes könnten dabei nicht nur Bewuchsmuster, sondern auch Erfahrungen mit unterschiedlichen Antifouling-Maßnahmen dokumentiert und ausgewertet werden. Dies könnte dazu beitragen, geeignete Lösungen für verschiedene Einsatzbedingungen schneller zu identifizieren und weiterzuentwickeln.

Die Aufzeichnung des Hub-Meetings finden Sie hier:

Wir laden herzlich dazu ein, den Dialog gemeinsam mit uns fortzusetzen.

Bei Interesse oder Fragen sind wir hier jederzeit zu erreichen: office@meeresstiftung.de

Weitere Termine und Veranstaltungen: meeresstiftung.de/Veranstaltungen


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Aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages wird das Programm „Nachhaltig wirken - Föderung gemeinwohlorientierter Unternehmen“ durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.