Überfischung

Zu viel Fischerei gegen zu wenig Fische

Die Weltbevölkerung wächst immer weiter, weshalb wir Menschen immer mehr Protein zur Ernährung aller brauchen. In vielen Regionen der Welt sind Fisch und Meeresfrüchte die einzigen verfügbaren Proteinquellen. In anderen, wie bei uns, ist Fisch nach all den Skandalen um Antibiotika und Gammelfleisch die scheinbar gesunde Wahl. Ganz davon abgesehen, dass Fisch einfach gut schmeckt. Um diesen Hunger nach Fisch zu stillen, sind viel zu viele Fischereischiffe auf den Meeren unterwegs, um bei schwindenden Fischbeständen noch die gleichen Mengen zu fangen wie früher.

Es waren noch nie so wenig Fische in den Weltmeeren wie jetzt

Quelle: Global Ocean Commission 2014 auf Basis von Pauly et.a. und FAO-Daten.  

Die Probleme:

  • Mehr und immer besser ausgerüstete Fischereischiffe können immer länger auf See bleiben und immer mehr Fisch aus immer größerer Tiefe fangen, so dass es keine Rückzugsgebiete mehr gibt.
  • Die Nachfrage nach Fischen wie Thunfisch, Lachs und Dorsch ist so groß, dass sich der immer größere Aufwand, der notwendig ist die Fische zu fangen, immer noch rentiert.
  • Fehlendes oder fehlgeleitetes Fischereimanagement bringen keine übergreifende Politik für nachhaltigen Umgang mit dem Meeren zustande.
  • Unfaire Abkommen erlauben den Fischereischiffen von Industrieländern die fischreichen Gewässer armer Länder wie Pazifischer Inselstaaten auszubeuten.

Die Fische, die angelandet werden, werden immer kleiner, denn die großen Fische, die es zur Zeit unserer Großeltern gab, gibt es nicht mehr. In Europa sind 64 % der Fischbestände überfischt, 52 % so stark, dass sie sich wahrscheinlich nicht mehr problemlos vermehren können, weil zu wenig fortpflanzungsfähige Tiere übrig sind. Um das Überleben der Bestände zu sichern, müsste ein sofortiger Fischereistopp verhängt werden. Aber diesen Stopp gibt es nicht, ein Großteil dieser Arten und Bestände wird weiter befischt. Weltweit werden 53 % der Fischbestände maximal genutzt, so dass nicht mehr mehr gefangen werden kann. Für 32 % der Bestände haben wir nicht an dieser Grenze Halt gemacht sondern sie überfischt oder zum Kollaps gebracht. Nehmen wir das Beispiel Thunfisch. Thunfische gehören zu den wichtigsten Speisefischen, vor allem in Industrieländern. Von den 23 Arten sind 60 % der Bestände maximal ausgebeutet, 35 % sind überfischt und nur 5 % sind wahrscheinlich noch im grünen Bereich. Wenn mehr Fische eines Bestandes gefangen werden als schlüpfen und sich selber fortpflanzen, wird der Bestand immer kleiner, bis er zusammenbricht und verschwindet. Da kleine, junge Fische exponentiell weniger Eier zu schützen, da ihre Ausrottung die Erholung des Bestandes überproportional hemmt.

Die Zahl der Fischereischiffe und Fischerboote hat sich zwar in den letzten Jahren weltweit nicht erhöht, aber immer mehr Länder nutzten immer mehr industrielle Fischereischiffe, die wochenlang auf den Meeren unterwegs sind und gegen geringe Lizenzgebühren die wertvollen Fischbestände vor allem von Entwicklungsländern plündern, wenn sie ihre eigenen nationalen Gewässer leergefischt haben. Darunter leiden vor allem die Menschen in Entwicklungsländern, für die das Sammeln von Fischen und Meeresfrüchte zum Eigenbedarf die wichtigste und oft einzige Quelle tierischen Proteins darstellt. Daher muss die Überkapazität an Fischereischiffen abgebaut werden, aber nicht auf Kosten der Kleinfischerei, sondern auf die der industriellen Luxusfischerei.

Wer befischt die Hochsee?

DIE TOP 5 STAATEN TEILEN SICH 50% DES WELTWEITEN ERLÖSES

Quellen:
Froese, R., et al (2016) Exploitation and status of European stocks. WWW electronic publication, http://oceanrep.geomar.de/34476/

FAO Fisheries and Aquaculture Department: The State of World Fisheries and Aquaculture 2016 www.fao.org/3/a-i5555e.pdf

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