OK. Nicht jeder steht gerne morgens um 5.30h auf, um mit den ersten Sonnenstrahlen weiter zu fahren. Aber wir wollten unbedingt verhindern, dass wir hinter dem super, super langsamsten Kanalkahn hinterher zuckeln müssten, der gestern noch vor uns her schipperte. So richtig schnell ist unsere ALDEBARAN auch nicht. Sie schafft selbst gerade gute 6,5 Knoten und ist damit alles andere als ein Überhol-Wunder. Solche Manöver dauern auf dem Kanal gerne mal ne gute Stunde, falls kein anderes Schiff entgegen kommt und wir das Ganze neu starten müssen. Aber irgendwann schaffen Caro, Captain Peter, Sofian, Kira und Kai es doch in Hannover anzukommen. Und der Stellvertretende Bürgermeister Thomas Hermann ist unser erster Gast. Mann, haben wir vorher aufgeräumt und geschrubbt. Auf engem Raum kann es sehr schnell sehr krümelig und unordentlich werden. Und mit welchen Worten begrüsst uns so ein Bürgermeister: „das ist aber ganz schön klein, ihr Boot. Ich habe mir das viel größer vorgestellt.“ Da war unser Lampenfieber schnell verflogen und wir mussten nur noch unsere Müdigkeit überwinden, die allen in den Knochen steckte nach fast 12 Stunden Fahrt. Die Diskussion war konstruktiv. Wir waren nur etwas erschrocken, dass BM Hermann aktuell viele Probleme damit hat, erneuerbare Energien auch in Hannover umzusetzen, wo sich bei jedem Windkraftwerk gleich Umweltinitiativen und Naturschützer GEGEN derlei Initiativen wenden. So nach dem Motto, erneuerbare Energien ja, aber nicht vor meiner Haustür. Ein verständliches Verhalten. Aber so kommen wir nicht schnell genug voran mit dem Ausbau erneuerbarer Energien. Auch Umwelt-Staatssekretärin Almut Kottwitz berichtete von ähnlichen Problemen. Und das Publikum im Kino am Raschplatz auch. Aber der Reihe nach. Erst einmal waren wir stolz auf unsere Volksvertreter, dass sie sich nicht nur gerne unseren Forderungen nach konsequentem Umstieg auf erneuerbare Energien anschlossen. Sie zauberten selbst flink einen eigenen Renew-Film inklusive ihrer Fotos hin. Ist doch ganz einfach. Könnt ihr auch flink machen unter http://www.meeresstiftung.de/renew-movie/ dauert ca. 2 Minuten. Frau Staatssekretärin Kottwotz gab uns noch ein paar klasse Tipps. Wir haben uns sehr wohl gefühlt in Hannover und hoffen, dass die Stadt ihren Weg in Richtung erneuerbare Energien konsequent weiter geht. Gute Ansätze und gute Menschen sind ja da. Wie Thomas Hermann berichtet:

Hannover ist schon seit vielen Jahren im kommunalen Klimaschutz aktiv und hat sich ambitionierte Ziele gesetzt. Bis 2050 sollen Stadt und Region klimaneutral werden. Wir haben schon viele gute Ansätze, um dieses Ziel zu erreichen:

1.     Mit dem ökologischen Stadtteil Kronsberg konnte schon im Jahr 2000 gezeigt werden, dass durch hocheffiziente Häuser, ein Nahwärmenetz mit Kraft-Wärmekopplung und Beratungskampagnen für die Mieterinnen und Mieter 60 % CO2 eingespart werden können.

2.     Mit dem zero:e park entsteht mit 300 Passivhäusern und mit Solarenergieanlagen eine Null-Emissionssiedlung im Westen Hannovers. Dort steht auch der deutschlandweit erste zertifizierte Passivhaussupermarkt.

3.     Die Stadtwerke Hannover verfügen über eines der modernsten und effizientesten Gas- und Dampfkraftwärme-Kopplungs-Kraftwerke und tragen maßgeblich zur Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen bei.

4.     Durch einen sehr gut ausgebauten ÖPNV und Radwegenetz ist Hannover auch Vorreiter für klimafreundliche Mobilität. Alle zwei Jahre findet ein autofreier Sonntag statt, den über 100.000 Menschen aus Hannover und der Region besuchen

Thomas Hermann, stellvertretender Bürgermeister Hannovers, macht mal eben einen RENEW-Clip unter http://www.meeresstiftung.de/renew-movie/ neben ihm Kai Pohlmann

Thomas Hermann, stellvertretender Bürgermeister Hannovers, macht mal eben einen RENEW-Clip unter http://www.meeresstiftung.de/renew-movie/ neben ihm Kai Pohlmann

Almut Kottwitz Staatssekretärin, im Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz.

Umwelt Staatssekretärin Almut Kottwitz hat den Climate Sail mit Wort und Tat unterstützt. Hier ihr Foto, mit dem sie ihr eigenes RENEW-Video erstellte.

Dann ging es zum Kino am Raschplatz, wo uns Wiebke in Empfang nahm, und sich großartig um uns kümmerte. Großartig war auch die Diskussion nach dem Film. Der Kinosaal war fast vollständig ausverkauft. Fast bis Mitternacht diskutierten wir mit den Menschen, die uns so viel Kraft und positive Energie mitgaben, dass wir abends glücklich gegen 1 Uhr in die Kojen stiegen.