Stoppt Überfischung

Keine Subventionen für Hochseefischerei

Überfischung wird in erster Linie durch eine Überkapazitäten bei Fischerei-Schiffen und  Missmanagement verursacht. Seit der WTO Doha Erklärung aus dem Jahr 2001 werden die Mitgliedstaaten zu mehr Haushaltsdisziplin bei der Vergabe von Subventionen an die Fischerei aufgefordert, da Subventionen in industrielle Fischerei das Einkommen und die Lebensgrundlage vieler Menschen in Entwicklungsländern gefährden. Aktuell geht die UN davon aus, dass Fischereisubventionen nicht nur zur Ausrottung vieler Fischarten führt sondern auch zum Verlust vieler Arbeitsplätze in der handwerklichen Fischerei. Insgesamt sollen durch die Subventionen ca. 50 Milliarden Doller pro Jahr an Mindereinnahmen entstehen (http://www.un.org/sustainabledevelopment/oceans/) . Was für eine Misswirtschaft!

Staatliche Subventionen sind fast immer nötig, um die hohen Kosten für das Fischen in der Hochsee zu decken. Hochseefischerei wird von 10 Ländern betrieben. Ohne Subventionen wäre auch für sie die Hochseefischerei nicht profitabel. Gut zwei Drittel aller Fischereisubventionen werden in Industriestaaten vergeben, allen voran Japan, China, die EU und die USA. Die Subvention der Kraftstoffe für die Fischerei macht mit 15-30% den größten Anteil der Subventionen aus[1]. Auch einer der Gründe, weshalb sch seit 1950 die Motorisierung der globalen Fischereiflotte verzehnfacht hat. Die abnehmenden Fischvorkommen haben dazu führten, dass die Fangmengen sich in den letzten Jahren verringerten. Um das auszugleichen werden die Kapazitäten dieser Flotten immer weiter ausgebaut. Heute benötigt man doppelt so viel Energie, um eine Tonne Fisch zu fangen, wie in den 60er Jahren[2].

Zusammengefasst: zu viele Schiffe verbrauchen zu viel Energie um die immer geringer werdenden Fischvorkommen immer schneller auszuschöpfen. Eine Abwärtsspirale.

Diese Art der Subventionierung benachteiligt den kleinen handwerklichen Fischfang ebenso wie die Konsumenten. Die industrielle Fischerei bekommt den größten Teil aller Subventionen. Das führt zu unfairem Wettbewerb im Vergleich mit den regionalen Fischern, verzerrt die Preise und den Markt, weil plötzlich Hochseefisch günstiger angeboten wird als lokal gefangener Fisch, was bei realen Kosten nicht möglich wäre. Und am Ende zahlt der Konsument neben dem Preis für den Fisch auch noch die Subventionen. Aber das weiß er nicht einmal.

Seit 2001 werden diese Themen diskutiert und auch auf der Rio+20 Konferenz wurden alle Nationen aufgefordert, die Subventionen abzubauen, die zu Überfischung oder zu Überkapazitäten führen[3].

Wer befischt die Hochsee?

DIE TOP 5 STAATEN TEILEN SICH 50% DES WELTWEITEN ERLÖSES

Quelle: Global Ocean Commision 2014

Was also muss getan werden?

Offensichtlich folgen den wiederholten Absichtserklärungen zum Subventionsabbau keine Taten. Der politische Wille, diese Themen anzugehen ist zu schwach.

Die Perspektive ist weiterhin wichtig, dass eine rechtlich bindende Vereinbarung durch die WTO entsteht. Doch der WTO fehlt es an Expertise darin, Umweltthemen umzusetzen und zu administrieren. Deshalb rufen die Global Ocean Commission und auch wir in Deutschland die WTO Mitgliedstaaten dazu auf, die folgenden drei Schritte zu unternehmen, um die schädlichen Subventionen anzugehen, die sich nachteilig auf die Weltmeere auswirken.

1. Transparenz:

Die WTO Mitgliedstaaten sind vertraglich verpflichtet bestimmte Subventionen zu melden. Aber nicht alle tun das:
Dieses Paradoxon muss schnellstens aufgelöst werden. Die Einhaltung der bestehenden WTO Verpflichtung muss ohne Verzögerung durchgesetzt werden.Um das zu gewährleisten müssen alle Mitgliedsstaaten die Höhe und Form ihrer Subventionen an den Fischerei-Sektor offen legen können, ohne dass dafür die bisher üblichen Strafzölle oder anderen Strafen auferlegt werden.

2. Klassifizierung:

Es muss bestimmt werden, welche der geleisteten Subventionen wirklich schädlich sind, um diese dann abzubauen. Die WTO hat dafür folgende Verbots-Kategorien erwogen:

  • Keine Subventionen für Bau, Umbau oder Reparatur von Fischerei-Fahrzeugen.
  • Keine Subventionen für die Betriebskosten oder Hafen- bzw. hafennahen Kosten von Fischerei-Fahrzeugen.
  • Keine Subvention von Treibstoffkosten.
  • Verbot von Subventionen für spezielle Infrastruktur wie Fisch-Anlandung oder –Lagerung.
  • Keine Einkommenssubventionen für Fischer.
  • Keine Preissubvention für Produkte aus marinem Wildfang.
  • Keine Subventionen, die zerstörerischen Fischfang unterstützen wie z.B. Schleppnetze, Treibnetze etc.
  • Keine Subventionen für die Fischerei von überfischten Beständen.
  • Aber auch:
    • Keine Subvention des Verkaufs von Fischerei- oder Service-Fahrzeugen an Drittländer.
    • Keine Subvention von Fischerei-Fahrzeugen, die illegale Fischerei betreiben.
    • Keine Subventionen für Zugangsrechte zu multilateralen Fischereiabkommen.
  • Ausnahmen sind:
    • Subventionen für handwerkliche Fischerei oder den Aufbau einer geringfügigen.
      Fischerei, um arme Regionen zu fördern.
    • Subventionen im Falle von Naturkatastrophen die noch definiert werden müssen.

3. Deckelung, Reduktion und Verbot von Treibstoff-Subventionen

Die Global Ocean Commission fordert die WTO Teilnehmerstaaten auf, eine schnelle Einigung  über Treibstoff-Subventionen für die Hochseefischerei zu erzielen Zu Beginn müssen diese Subventionen gekappt und binnen 5 Jahren vollständig abgebaut werden.

[1] Sumaila U.R. et al. (2010). A bottom-up re-estimation of global fisheries subsidies. Journal of Bioeconomics. 12:201–225 verfügbar unter: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1467-2979.2012.00483.x/abstract

[2] Watson. R.A., et al. (2012). Global marine yield halved as fishing intensity redoubles.
Fish and Fisheries: siehe unter http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1467-2979.2012.00483.x/abstract

[3] Paragraph 173 der Rio+20 Erklärung „The Future we want“ Juni 2012.

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