Stoppt Plastikmüll

Das Problem Plastikmüll muss in erster Linie an Land gelöst werden.

Plastik ist zu einem der Hauptverursacher von Umweltverschmutzung in den Weltmeeren geworden. Es wird zur Gefahr für Umwelt und Gesundheit. Die Gefahr entsteht durch falschen Umgang und schlechtes Müllmanagement an Land. Es bedarf der Kombination von politischen und regulatorischen Maßnahmen sowie eines neuen Konsumentenbewusstseins zum Thema Plastik.

Auf den Ozeanen treiben Millionen von Tonnen Plastik, das sich durch Ozean-Strömungen in 5 riesigen Strudeln ansammelt, wo jeder einzelne größer ist als Deutschland.

Plastikmüll nicht nur an der Oberfläche: Vieles zerfällt und lagert sich am Boden ab schwimmend, schwebend, abgesunken

Die Anstrengungen müssen intensiviert werden, mit denen die verschiedenen Ursachen der Meeresverschmutzung bekämpft werden. Und das ist nicht nur Plastik sondern auch die Verschmutzung mit langlebigen organischen Stoffen, mit Kohlenwasserstoffen, Schwermetallen, Nitraten, radioaktiven Substanzen, gefährlichen Wrackteilen etc. Ganz besonders fordern wir, ebenso wie viele namhafte Wissenschaftler und die Global Ocean Commission dazu auf, dass die Länder der Welt zusammen arbeiten. Gemeinsam müssen wir verhindern, dass Plastik in die Weltmeere gelangt: Hier sind alle Regierungen, die Wirtschaft und die Zivilgesellschaften gefordert:

  • Verringerung des Einmalplastiks durch gesetzgeberische Maßnahmen und durch Anreizsysteme für Konsumenten.
  • Anreize schaffen für mehr Recycling sowie eine verschärfte Produzentenhaftung
  • Einführung von mengenmäßigen und zeitlichen Vorgaben für Schadstoff-Verringerungen
  • Verbesserung des Abfallmanagements
  • Förderung einer neuen Konsumenten-Wahrnehmung
  • Unterstützung und Verbreitung diverser lokaler Initiativen, um bestimmte Plastik Materialien zu reduzieren oder ganz zu verbannen (z.B. Verbot von Einmaltüten, Polyurethan-Schaumverpackungen etc.) sowie Reinigungsaktionen an Stränden und Flussufern.
  • Unterstützung von Innovationen, um Plastik zu reduzieren und Verpackungen zu vermeiden.
  • Über Steuern, Abgaben und andere Wege muss ein globaler Fonds für Maritime Verantwortung aufgebaut werden, der das Müllmanagement in der Hochsee organisiert, die nationalen Maßnahmen gegen Plastikmüll koordiniert, Nachhaltigkeitsinitiativen unterstützt und das Verhalten von Produktion und Konsum ändert.

Wo treibt das Plastik?

ES GIBT 5 GROSSE PLASTIKSTRUDEL IN DEN WELTMEEREN. DER PAZIFISCHE PLASTIKSTRUDEL IST DER GRÖSSTE VON IHNEN.

Quelle: 5 Gyres sowie Global Ocean Commission. Der Pazifische Plastikstrudel soll von der Fläche größer als Deutschland sein. 

Das Problem der Geisternetze & Co.

Plastik ist auch in der Fischerei sehr beliebt. Netze sind meist aus Kunststoffen, ebenso wie die Langleinen und große Bojen oder Pontons, die verwendet werden um große Fische wie Thunfische anzulocken („fish aggregating device“, FAD). Mit Hilfe von FADs werden jährlich rund eine Millionen Tonnen Thunfisch gefangen, was etwas einem Drittel aller Thunfisch-Fänge entspricht[1].

Netze, FADs und anderes Material aus der Fischerei landet als Müll im Meer, absichtlich oder aus Versehen. Dagegen müssen wir die Meere genauso schützen wie gegen den Plastikmüll vom Land.

plastikmuell

Deshalb fordern wir:

  • Staaten und Regionale Fischereimanagement-Organisationen sollen Vorgaben zur Konstruktion von FADs definieren, die sicherstellen, dass der Beifang minimiert wird. Dazu gehören beispielsweise der Verbot von festen Unterwassernetze an FADs und die Festlegung einer erlaubter Maschenweiten für Netzfischerei im Bereich von FADs.
  • Schaffung von Anreizen zur Verwendung natürlicher, in kurzen Zeiträumen abbaubarer Materialien beim Bau von FADs. Dazu müssen die abbaubaren Materialien subventioniert werden oder die Verwendung nicht abbaubarer Materialien höher besteuert.
  • Förderung der Forschung zu alternativen Produktionsmaterialien für FAD Schwimmkörper, vielleicht im Rahmen genereller Programme zur Entwicklung verträglicherer Fischereimethoden.
  • Erweiterung des internationalen MARPOL (Marine Pollution) Programms, das bereits 1973 international ein Verbot für die Entsorgung von Plastikmüll, -netze und –leinen aussprach. Es sollten Regulierungen gefunden werden, die Häfen die kostenlose, sichere Entsorgung defekte Fischereiausrüstung ermöglichen.
  • Dokumentation aller ausgebrachten FADs und verbindliche Ausstattung aller neuen FADs mit Ortungstechnik, so dass sie jederzeit wieder gefunden werden können.
  • Verlorene Netze müssen zwar schon jetzt gemeldet werden. Diese Vorgabe wird derzeit aber nur mangelhaft eingehalten und muss verbindlich werden.

[1] http://esciencenews.com/articles/2008/05/15/does.fishing.drifting.fish.aggregation.devices.endanger.survival.tropical.tuna

Mehr Informationen über Plastikmüll findet ihr auch hier

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