Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen hat einen neuen Report herausgegeben. Es geht dabei um die aufkommenden Umweltprobleme, die sich abzeichnen. Ein großes Thema dieser Risikobetrachtung ist dabei das Thema Mikroplastik. Warum? Und warum ist es vielleicht nicht ganz so gefährlich für uns Menschen?

Plastik ist leider nicht gleich Plastik. Manche Plastikarten müssen besonders weich, manche feuerbeständig, UV beständig, besonders versteift, wasserbeständig oder leicht sein. Plastik kommt fast überall vor in Verpackungen, Autos, Reifen, Fischnetzen, Flaschen, Rohrleitungen, Möbeln, Haushaltsgeräten und Spielwaren. Wenn daraus dann Müll wird, kann es gefährlich werden. Wissenschaftler befürchten, dass Plastikteile in die Nahrungskette gelangen können und Auswirkungen auf das Immunsystem, auf die Reproduktionsfähigkeit, die Entwicklung von Embryonen oder auf das Erbgut haben kann. Das beunruhigt, da die Menschheit 2014 ungefähr 311 Millionen Tonnen Plastik weltweit produziert hat.

Die Autoren der Studie weisen besonders auf die Gefahren durch Mikroplastik aus Kunstfasern hin, die mit der Wäsche ausgewaschen werden. Dabei steigt der Verbrauch von Kunstfasern gerade explosionsartig und machte bereits im Jahr 2013 61% der weltweiten Textilproduktion aus. Die ausgewaschenen Mikroplastik-Teile können herkömmliche Klär- und Filteranlagen eigentlich problemlos durchlaufen, werden aber trotzdem zum großen Teil herausgefiltert.

Kunstfasern aus Funktionskleidung und der Abrieb von Autoreifen werden zum Umweltproblem

Ein weiteres Problem stellt der Abrieb von Milliarden Autoreifen dar, die weltweit die Straßen befahren. Diese Mikropartikel werden durch Regen und Schmelzwasser in die Natur abgeleitet und gelangen über die Abwasser-Systeme ebenfalls ins Meer.

Nicht alles Plastik, was gegessen wird, bleibt in der Nahrungskette

Immer öfter wird Plastik in den Mägen von Schnecken, Walen, Schrimps, Thunfischen und vielen anderen Meeresbewohnern gefunden. Dadurch kommt das Plastik aber nicht gleich in die Nahrungskette der Menschen, da die Fischmägen eigentlich immer entfernt werden vor dem Konsum. Die Frage ist, ob vorher die Giftstoffe des Plastiks in den Körper der Nahrungstiere übergegangen sind (was in Studien bereits nachgewiesen wurde) und ob der menschliche Körper diese Giftstoffe aufnimmt oder wieder ausscheidet. Hier sind noch sehr viele Fragen offen. Aber es bleibt ein vordringliches Ziel, die Belastung mit Plastik für Meere und Umwelt zu reduzieren, um hier Gefährdungen für Natur und Mensch nicht ausufern zu lassen.

Nach den großen Entscheidungen müssen jetzt die konkreten Maßnahmen kommen

So wurde bereits einiges unternommen. Die Verwendung von Mikroplastik in der Kosmetik ist in sehr vielen Ländern mitlerweile verboten oder soll binnen der nächsten Jahre auslaufen. Das war ein Thema, das die letzten Jahre viel diskutiert wurde. Im Juni 2014 wurde im Rahmen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen von 163 Staaten verabschiedet, dass man das Thema Abfallmanagement und Plastik auf gesetgeberischer und regulativer Ebene angeht. Auch die G7 Staaten haben sich des Themas angenommen und wollen Wege aus dem Produktions- Müllproblem entwickeln. Und dann wurde auch das Nachhaltigkeitsziel der UN Numer 14 im letzten Jahr verabschiedet, um wörtlich „die Meeresverschmutzung jeglicher Art zu vermeiden und signifikant zu reduzieren besonders die Verschmutzung, die an Land entsteht“.

Die Autoren der Studie schlagen vor, dass diese wichtigen Probleme aus Müllvermeidung und -Entsorgung angegangen werden müssen, aber dass auch die Forschung in diesen Bereichen ausgebaut werden muss.  Verlässliche Fakten und ein Monitoring müssen den Entscheidern zur Verfügung gestellt werden, wie es bereits durch Pelletwatch in einem Bereich umgesetzt wird, wo die Fakten zu angespülten Plastikpallets international gesammelt werden.

Konzentration von PCB in angespülten Plastik-Pellets an Stränden Europas: Quelle http://www.pelletwatch.org

Konzentration von PCB in angespülten Plastik-Pellets an Stränden Europas: Quelle http://www.pelletwatch.org