Klimawandel

Der Klimawandel verändert schon jetzt die Meere stärker als erwartet.

Das weltweite Klima wandelt sich, weil sich die Erde aufgrund geänderter Gaskonzentrationen in ihrer Atmosphäre aufwärmt. Innerhalb der schützenden Isolierschicht der Atmosphäre wird mehr Wärmenergie gespeichert. Ein großer Teil davon, rund 93 %, bleibt allerdings nicht in der Atmosphäre sondern wird von den Meeren aufgenommen. Dadurch heizen sie sich in vielen Regionen schneller auf als die Luft. Wärmere Meere bedeuten, dass mehr Wasser verdunstet, der Feuchtigkeits- und Energiegehalt der Atmosphäre sich verändert und dadurch mehr und stärkere Stürme entstehen. Es bedeutet, dass Starkregen häufiger und heftiger wird, aber auch Dürreperiode heftiger und länger ausfallen. Es bedeutet Hitzewellen wie beispielsweise 2003 in Europa, die rund 70.000 Menschen das Leben kostete. Es bedeutet, dass die Eisschilde in Grönland, der Arktis und der Antarktis abschmelzen und dadurch mehr Wasser in die Meere gelangt, wodurch der Meeresspiegel steigt. Und es bedeutet auch, dass sich das bereits in den Meeren vorhandene Wasser ausdehnt und auch dadurch der Meeresspiegel steigt und die Existenz von Hunderttausenden von Menschen gefährdet. Verursacht wird all das durch eine höhere Konzentration von CO2 und anderen Treibhausgasen in der Atmosphäre.

Die Probleme:

  • Der weltweite Ausstoß von CO2 durch Verbrennung fossiler Brennstoffe, von Methan durch Massentierhaltung und übermäßigen Reisanbau und von anderen Treibhausgasen nimmt weiter zu, wodurch immer mehr Wärmeenergie in in der Erdatmosphäre gefangen wird.
  • Subventionen fossiler Brennstoffe als Energiequelle bremsen die Entwicklung und den Einsatz von Technologien zur Nutzung alternativer Energie.
  • Treibhausgase fangen immer mehr Sonnenenergie innerhalb der Erdatmosphäre.

65 bis 70% der bilanzierten fossilen Reserven dürfen nicht verbrannt werden, wenn die Welt unter dem 2 Grad-Ziel bleiben möchte.

MAXIMALE TEMPERATUR ERREICHT MIT 50% WAHRSCHEINLICHKEIT

So liest man diese Grafik:
3 Grad C entstehen mit mind 50% Wahrscheinlichkeit bei 356 Gigatonnen C02 Ausstoß.
762 Gigatonnen Co2 Reserven sind aktuell bilanziert von den 200 größten Produzenten.
2 Grad bedeutet 269 Gt noch verbrennbar.

Der einzige Weg, den Meeresspiegel noch in der Nähe des heutigen zu halten und weder Kategorie-5 Wirbelstürme noch jahrelange Dürren Alltag werden zu lassen, ist die Reduktion des Treibhausgasausstoßes. Genau dazu rufen die Wissenschaftler auf, die den letzten Bericht des Weltklimarates der Vereinten Nationen (IPCC: Intergovernmental Panel on Climate Change) erstellt haben. Die Zusammenfassung des Berichts findet ihr hier.
Im Herbst 2015 hat sich die Weltgemeinschaft auf dem Klimagipfel in Paris das Ziel gesetzt, die Erderwärmung auf maximal 2 °C über dem Niveau vor der Industrialisierung zu begrenzen. Selbst wenn wir das schaffen, wird der Meeresspiegel noch lange weiter steigen. Denn das globale System aus Meeren und Atmosphäre ist träge und wird Jahrhunderte oder gar Jahrtausende brauchen, um sich wieder zu stabilisieren. Die größte Unbekannte in unseren ganzen Berechnungen zum Klimawandel, sind die schmelzenden Eisschilde, vor allem Grönlands und der West-Antarktis. Sie schmelzen schneller als erwartet und nicht auf die Art wie erwartet, sondern brechen auf, schaffen neue, schmelzende Oberflächen und riesige Eisberge. Durch die Verkleinerung der Schnee und Eisflächen bekommt die Erde mehr dunkle Flächen, die Wärmeenergie aufnehmen, statt sie ins All zurück zu strahlen.
Das Abschmelzen der Eisschilde ist damit nicht nur ein Ergebnis der Erderwärmung, sondern auch eine Ursache. Solche Zyklen sind der Hauptgrund, warum das aus Meeren und Atmosphäre bestehende Klimasystem so langsam ist, dass der Meeresspiegel weiter steigen wird. Hoffentlich allerdings nicht mehr so schnell wie jetzt, so dass sich Menschen und Ökosysteme an die veränderten Bedingungen anpassen können. Derzeit erwärmen sich die Meere zu schnell und sie steigen zu schnell, um eine solche Anpassung zu erlauben. Für die meisten tropischen Korallenriffe dürfte es schon zu spät sein.
Trotzdem, oder gerade deshalb, müssen wir jetzt die Verbrennung fossiler Brennstoffe massiv einschränken und alternative Energien nutzen. Nur so können wir den Ausstoß von Treibhausgase reduzieren. In der Erde befinden sich noch weit mehr fossile Rohstoffe, als wir verbrennen dürfen, wenn wir nicht einen Temperaturanstieg wie seit der letzten Eiszeit innerhalb der nächsten 100 Jahre erleben möchten.

 

Quellen:
[1] (http://www.spektrum.de/pdf/27-2015/1344352 Er ist Mit-Autor der Studie aus dem Science-Magazine vom 3 July 2015: Vol. 349 no. 6243: Contrasting futures for ocean and society from different anthropogenic CO2 emissions scenarios http://www.sciencemag.org/content/349/6243/aac4722.abstract ) .
Jean-Marie Robine et al., C. R. Biologies 331 (2008) 171–178: Death toll exceeded 70,000 in Europe during the summer of 2003
http://www2.ametsoc.org/ams/index.cfm/publications/bulletin-of-the-american-meteorological-society-bams/state-of-the-climate/state-of-climate-in-2014/ Blunden, J. and D. S. Arndt, Eds., 2015: State of the Climate in 2014. Bull. Amer. Meteor. Soc., 96 (7), S1–S267.
http://worldoceanreview.com/wor-1/kuesten/gefahr-durch-meeresspiegelanstieg/2/

Greenpeace Energy/BWE 2012

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