Hochseeregierung

Wir brauchen eine Hochseeregierung.

Unsere globalen Vertreter aus Deutschland, der EU und der UN haben schon viel unternommen, um den Schutz der Meere zu verbessern. Aber werden all diese Vorgaben, Quoten und Gesetze auch eingehalten? Sind die Bestimmungen ausreichend? Um Biodiversität wurde sich in der Vergangenheit beispielsweise kaum gekümmert. Dabei gilt heute die Annahme, dass 90% aller Arten noch nicht erfasst sind. Der Schutz der Artenvielfalt ist nicht ausreichend verankert. Genauso wenig wie der Schutz der Lebensräume. So soll bis 2020 die Fläche der Naturschutzgebiete an Land auf 17% global steigen. [1] Für die Meere gilt, dass aktuell 2,8% der Weltmeere Naturschutzgebiete sind[2]. Für so gut wie keines dieser Gebiete besteht ein striktes Entnahmeverbot. Eine große Anstrengung auf nationaler und internationaler Ebene ist dringend nötig, damit die weltweite Gemeinschaft aus der jetzigen Negativspirale heraus kommt und sich die Situation der Ozeane nachhaltig verbessert. Die folgenden Forderungen wurden von der Global Ocean Commission sorgfältig und mit Umsicht entwickelt. Wir schließen uns diesen Forderungen vollumfänglich an.

UNCLOS stärken:

Die Meere brauchen ein gestärktes Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen SRÜ (englisch „United Nations Convention on the Law of the Sea“, UNCLOS) Dieses muss entsprechend der Global Ocean Commission mit einer neuen Durchführungsvereinbarung für den Erhalt und den nachhaltigen Umgang mit der maritimen Artenvielfalt ausgestattet sein. Diese Vereinbarung muss über den nationalen Hoheitsregeln stehen, um einheitliche Regulierungen zu gewährleisten.

Weltweite Ratifizierung des UNFSA:

Diw „UN Fish Stock Agreements (UNFSA)“ aus dem Jahr 1995 traten im Jahr 2001 in Kraft und wurden 2014 von 82 Ländern inklusive der EU ratifiziert. Leider sind wichtige Fischereinationen wie China, Mexico und auch die USA noch nicht dabei. Aber ohne Kontrolle wird sich nicht schnell genug eine Verbesserung für die Fischbestände einstellen. Deshalb fordern wir alle noch nicht beigetretenen Länder auf, diese Vereinbarung zu ratifizieren und ein jährliches Treffen der teilnehmenden Staaten zu vereinbaren, um ein verbessertes Monitoring zu ermöglichen.

Fischereimanagement-Organisationen regelmäßig optimieren:

Weltweit wurden sogenannte „regional fisheries management organizations RFMOs“ damit beauftragt, nachhaltigen Fischfang und dessen Management zu organisieren. Es gibt neun dieser regionalen Fischereiorganisationen sowie fünf speziell für stark wandernde Fischarten wie Thunfisch. Wir fordern, dass diese Organisationen regelmäßig einem unabhängig Monitoring unterzogen werden, um ihre Effizienz zu erhöhen.

Schnelle Einführung des „Port State Measures Agreement“:

Um dem großen Problem der illegalen Fischerei entgegenzuwirken, die schätzungsweise 20% der legalen Fischmenge zusätzlich aus dem Meer holt[3], wurde 2009 das Port State Measures Agreement (PSMA) durch die FAO, die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen verabschiedet. Durch einheitliche Kontrollen und Standards in Häfen soll illegaler Fischfang effektiv unterbunden werden. Ein großer Fortschritt. Doch leider tritt dieses wichtige Abkommen erst in Kraft, wenn mindestens 25 Länder dieses ratifiziert haben. Und obwohl Länder aus Europa und die USA zu den elf Unterzeichner-Staaten gehören, fehlen noch wichtige Küstenländer. Dieses Abkommen muss aber unbedingt in Kraft treten, um wirksame Kontrollen zu ermöglichen. Glücklicherweise sind einige der Regionalen Fischerei Management Organisationen (RFMOs) hier bereits aktiv geworden. Aber es bedarf noch einiger Ratifizierungen.

Ein Sonderbeauftragter des UN-Generalsekretärs für die Ozeane:

Gemeinsam mit vielen Organisationen und der Global Ocean Commission sind wir der Meinung, dass eine international hochrangige Führung für die Angelegenheiten der Weltmeere fehlt. Das führt dazu, dass viele Anstrengungen fehlschlagen, die auf eine Koordination der verschiedenen Agenturen und Institutionen auf UN-Ebene abzielen. Die Welt kann sich ein Scheitern aber nicht leisten. Deshalb schlägt die Global Ocean Commission vor, dass umgehend ein Sonderbeauftragter des Generalsekretärs der UN eingesetzt wird, um alle Rechtsfragen und Koordinationsaufgaben seitens der UN zu steuern. Hier bedarf es ausreichend Personal und Verantwortlichkeit, um nicht nur ein Zeichen zu setzen sondern um die Bedeutung der Ozeane zu stärken und all die notwendigen Maßnahmen nach vorne zu bringen, wie sie hier beschrieben sind.

[1] http://www.geo.de/GEO/natur/weltspiel-der-kontinent-der-schutzgebiete-73298.html

[2] http://www.protectplanetocean.org/official_mpa_map

[3] PEW Film „It’s time to close the net on the outlwas of our ocean“

Macht die Hochsee zum Schutzgebiet

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