Tümmler vor Neustadt von Oliver Schmidt

Tümmler vor Neustadt: Foto von Oliver Schmidt

Anfang Dezember wurden an der heimischen Ostseeküste zwei Delfine gesichtet. Einem Bericht der Ostseezeitung zufolge, wurde das Pärchen sowohl vor Wismar als auch in der Lübecker Bucht gesehen. Was hat es mit der inzwischen zweiten Delfin-Sichtung in diesem Jahr auf sich? Und hat die Artenzunahme ökologische Konsequenzen? Wir haben beim Deutschen Meeresmuseum in Stralsund nachgefragt.

Aus der Ostsee kennen wir Schweinswale. Aber Delfine? Und nun schon zum zweiten Mal. Woher kommen die Säuger? „Bei den Tieren handelt es sich vermutlich um Große Tümmler“, erklärt Diplom-Biologin Anne Herrmann. „Die bis zu 4 Meter großen Tiere leben normalerweise im Atlantik und in der Nordsee. Bei ausreichender Nahrung können sie aber auch in der westlichen Ostsee überwintern.“

Tatsächlich häuften sich 2015 die Meldungen von fremden Arten in unseren Gewässern. Die Wissenschaftlerin des Deutschen Meeresmuseums hat eine mögliche Erklärung: „Im letzten Winter hat ein großer Einbruch an Nordseewasser über den Skagerrak stattgefunden. Mit dem Salzwasser kamen auch Fischschwärme. Und einige Tiere sind ihrer Beute einfach gefolgt.“ Wie viele Delfine sind denn nun tatsächlich bei uns? „Das ist nicht so leicht zu beantworten, da die Tiere schwer zu identifizieren sind. Sicher ist, dass es sich bei dem aktuellen Pärchen um dasselbe handelt, das im Sommer vor Schweden gesichtet wurde. Eine Übereinstimmung mit den Tieren, die sich im Mai unter anderem vor Fehmarn gezeigt hat, können wir nicht bestätigen.“

Das Tümmler-Pärchen, aufgenommen von Erik Wohlgebohren

Das Tümmler-Pärchen, aufgenommen von Erik Wohlgebohren

In letzter Zeit hört und liest man immer wieder von Neobiotern, also fremden Arten, die sich unter anderem durch Einschleppen neue Lebensräume erschließen. „Ökologische Auswirkungen sehe ich bei den Delfinen nicht,“ erklärt Frau Herrmann. „Sie sind vermutlich nur zu Gast und wir reden ja von wenigen Tieren. Schwieriger ist die Situation mit den Kegelrobben. Die jetzigen Delfine wurden auch schon in Dänemark und sogar vor Litauen gesehen. Gerade letzteres überrascht, da der Salzgehalt im Osten immer weiter abnimmt. Die Delfine scheint das nicht zu stören.“

Freuen wir uns einfach über den exotischen rezeptfreie potenzmittel Besuch in unseren Gewässern. Auf der Website des Deutschen Meeresmuseums können Sichtungen von Meeressäugern gemeldet und auf einer Sichtungskarte (www.schweinswalsichtung.de/map) verfolgt werden.