Prof. Dr. Mojib Latif zu Besuch beim Hamburger Meerestalk

Mit deutlich kritischen Worten hat sich der Träger des Deutschen Umweltpreises Prof. Dr. Mojib Latif auf dem Meerestalk der Deutschen Meeresstiftung zu den politischen Entwicklungen auf dem aktuellen Klimagipfeln in Marrakesch geäußert. „Trotz Wissen und Apellen seit dem ersten Umweltgipfel in Rio 1992 ist der Ausstoß von Klimagasen weltweit um 60% gestiegen und Vorreiterland Deutschland reist dort zudem ohne konkreten Klimaschutzplan an,“ bemängelt Latif, der den Forschungsbereich Ozeanzirkulation und Klimadynamik am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel leitet.  Auch das Abkommen von Paris stellt lediglich eine „Absichtserklärung“ dar, da die konkreten Maßnahmen den einzelnen Ländern obliegen. Latif sieht derzeit Deutschlands Vorreiterrolle beim Klimaschutz schwinden, wenn es sein selbst gestecktes Ziel der Verringerung der Treibhausgase um 40 Prozent bis 2020 gegenüber 1990 nicht erreicht. Das wäre ein großer Glaubwürdigkeitsverlust auf der internationalen Bühne. Latif fordert ein umgehendes Umschwenken beispielsweise durch die konsequente Umsetzung der Energiewende, was langfristig auch ein Vielfaches an Geld sparen würde: „Politiker sagen häufig, dass beispielsweise der Kohleausstieg und die Stilllegung von Kernkraftwerken zu teuer sind – aber kann es wirklich zu teuer sein, unsere Welt zu retten? Die Weltgemeinschaft kann sich beim Thema Klimawandel kein zögerliches Verhalten mehr leisten!“

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