Plastikmüll ist eines der größten Probleme für die Ozeane und ihre Bewohner. Eines der meistdiskutierten Projekte, zum Abräumen des Plastikmülls hat Boyan Slat mit seinem Ocean Cleanup hingelegt. Über 2 Mio US$ hatte das Team eingesammelt, um das ehrgeizige Projekt testen zu können und um eine Machbarkeitsstudie anzufertigen. Doch wie ist aktuell der Stand der Dinge?

Nach hoffnungsvollen Erprobungen an Modellen für  die Plastik-Sammelbarriere am unabhängigen Research Institute Deltares, konnte das Oceancleanup -Team noch in diesem Oktober daran gehen mit einem ersten Prototypen im Maritime Research Institute MARIN zu experimentieren. Um in die nächste Phase der Erprobung eines Prototypen der Plastik-Sammelbarriere einsteigen zu können, musste Boyan Slat viele Grunddaten über die Plastikverschmutzung im Meer sammeln. Ziel mit den gesammelten Proben der Segelturns war es, neben der Zusammensetzung des Kunststoffabfalls, vor allem die Tiefe und den Umfang des Kunststoffvorkommens im Meer festzustellen. Mit der bisher weltweit größten Abfallsammel-und -erfassungsaktion durch rund 30 Schiffe angeführt vom Trawler Ocean Starr und ergänzt durch viele Luftaufnahmen über eine Fläche von 3.500.000 qkm gelangte man zu neuen, besorgniserregenden Erkenntnissen:

Ausmaß und Größe der umherschwimmenden Plastikteile sowie herrenloser Fangnetze übertrafen alle Befürchtungen der leitenden Ozeanografin Dr. Julia Reisser. Auch mache die Zersetzung des Kunststoffs durch das UV-Licht in Mikroteilchen ein umgehendes Eingreifen zur Reinigung der Meere noch dringlicher!

Durch die vielen Forschungsfahrten die Boyan Slat auch mit Sponsoren und ehrenamtlichen Helfern in den größten Abfallteppich des Pazifiks (Great Pacific Garbage Patch) unternommen hat, kam das Team zum Schluß, dass die zu errichtende Abfall- Sammelbarrieren bis in eine Tiefe von 3 m reichen sollen.

Geplant ist eine Barriere mit 2.000 m Länge, die 2016 voraussichtlich vor der Küste Tsushimas, einer Insel zwischen Japan und Südkorea , zum Einsatz kommen soll.

Dank der Unterstützung von über 38.000 Spendern aus 160 Ländern konnten bereits in 100 Tagen über
2.000.000 US Dollar gesammelt werden. Damit verfügt Boyan Slat nun über genügend Startkapital
um u.a. den Bau der Plastic-Sammelbarriere in Angriff zu nehmen.

Natürlich ist und bleibt die Vermeidung von Plastikmüll oberste Priorität für die Gesundung der Meere. Trotzdem müssen die bereits jetzt herumschwimmenden Mengen möglichst schnell wieder geborgen werden. Experten schätzen, dass jährlich zwischen 5 und 13 Millionen Tonnen Plastikmüll in die Meere gelangen, wie DIE ZEIT beschrieb. Deshalb würnschen wir dem Team um Boyan Slat viel Erfolg.

So könnte eine Plastik-Sammelbarriere aussehen

 

 

Ein paar Fakten über Plastikmüll

Mehr als 19 Milliarden Pfund Plastikmüll landen jedes Jahr im Meer Nur 15% des Plastikmülls schwimmt auf der Oberfläche 70% des Plastiks liegt bereits auf dem Meeresboden