Kennen Sie das Projekt MERMAIDS, das von der EU gefördert wird? Es wurde 2014 ins Leben gerufen, um die bereits bekannten Filtertechnologien und Additive so weiterzuentwickeln, dass sie am Markt bestehen können. Damit wird ein großes Problem der Meere angegangen. Denn das Mikroplastik, das beim Waschen von Kunstfasern aus den Waschmaschinen ins Meer gelangt, ist einer der Hauptbestandteile der Plastiksuppe, die wir ins Meer entlassen. Es wird mit klassichen Klärwerksmethoden kaum zurückgehalten.

Mikroplastik ist deshalb so bedeutsam, weil sich an diesen kaum sichtbaren Partikeln unter einem Millimeter Größe giftige organische Stoffe anlagern. Da Mikroplastik so klein ist, wird es von Filtrierern und Zooplankton häufig mit Nahrung verwechselt und aufgenommen. So gelangen dann Plastik und Giftstoffe in die Nahrungsketten der Tiere und Menschen.

Schon jetzt ist das Mikroplastik überall. Prof. Gerd Liebezeit von der Uni Oldenburg wies es bereits in Honig, Leitungswasser und Bier nach. Laut den MERMAIDS-Informationen sind auch 65% der Shrimps aus der Nordsee mit Mikroplastik belastet.

Doch Abhilfe ist möglich. So wurden bereits Filter für Waschmaschinen entwickelt, die zur Zeit von Forschern weiterentwickelt werden, um Marktreife für den Massenmarkt zu erlangen. Auch wird an Verfahren gearbeitet, um die Waschmittel zu verbessern, so dass die Fasern in der Kleidung besser gebunden werden.

Was kann aber jeder Einzelne bereits unternehmen, um die Auswirkungen der täglichen Wäsche zu reduzieren?

  • Vermeiden Sie Kunstfasern wie Polyester, Nylon und Acryl. Auch Hightech-Fasern wie GoreTex und Ähnliches.
  • Kaufen Sie eher Naturfasern, die sich in der Natur auch abbauen wie Baumwolle, Wolle, Seide, Leinen.
  • Machen Sie keine halben Sachen sondern füllen Sie Ihre Waschmaschine komplett, dann werden auch nicht so viele Fasern ausgewaschen.
  • Verwenden Sie Flüssigwaschmittel statt Pulver.
  • Waschen Sie bei möglichst geringer Temperatur. Je höher die Temperatur, desto eher werden Kunstfasern beschädigt.
  • Nutzen Sie kurze Waschgänge. Je länger Sie waschen desto mehr Fasern werden ausgestoßen.
  • Schleudern Sie mit möglichst geringen Umdrehungen.

Wenn Sie mehr über das Projekt MERMAID wissen wollen gelangen Sie hier zur Website: http://life-mermaids.eu/en/

Wussten Sie schon?

Ein paar Fakten zu Mikroplastik, das aus der Wäsche kommt

In Europa werden jedes Jahr ca. 35,6 Milliarden Waschmaschinen-Ladungen gewaschen Mit jeder Wäsche gelangen millionen kleinster Synthetik-Fasern ins Wasser Acryl, Nylon und Polyester sind die Hauptverursacher von Mikroplastik Eine Fleece-Jacke verliert pro Wäsche ca 1.000.000 Mikro-Plastikteile Ein Acryl-Schal ca. 300.000 Mikrofastern pro Wäsche Nylon-Socken ca 136.000 Mikrofasern pro Wäsche