Das Team der neu gegründeten Deutschen Meeresstiftung hatte zwar darauf gehofft, aber nicht erwartet, dass seine Tour mit der ALDEBARAN nach Paris und die damit verbundene konsequente Forderung nach dem 1,5° Ziel letztendlich mit zum Erfolg der Pariser Klimaverhandlungen geführt hat.
Nun gibt es viel zu tun, aber die Tendenz ist klar positiv, wie der Vorsitzende des Stiftungs-Beirats Prof. Dr. Hartmut Graßl kommentiert:

Prof. Dr. Hartmut Graßl, designierter Vorsitzender der Deutschen Meeresstiftung

Prof. Dr. Hartmut Graßl, designierter Vorsitzender des Beirats der Deutschen Meeresstiftung

„Jetzt ist mit der Paris-Vereinbarung die Basis für einen alle Länder verpflichtenden völkerrechtlich verbindlichen Vertrag gelegt. Er wird wohl wegen der niedrigen Hürden für die Verbindlichkeit, nämlich mit nur 55 Vertragsstaaten (von 195) und insgesamt über 55 Prozent aller Emissionen von Treibhausgasen, wohl schon 2017 in Kraft treten können. Auch wenn die bisherigen freiwilligen Verpflichtungen von insgesamt 185 Ländern für das Ziel, die mittlere globale Erwärmung deutlich unter 2°C zu halten, keineswegs ausreichen, ist Hoffnung angesagt. Noch kann durch die vereinbarten Überprüfungen alle fünf Jahre der Klimaschutz stringenter werden, so dass die Anstiegsrate des Meeresspiegels im 22. Jahrhundert sich nicht weiter beschleunigt und der Rückgang des pH-Wertes des Ozeanwassers im 22. Jahrhundert sogar ausliefe. Das alles sagt aber auch, dass wir viel zu spät das Problem ernst genommen haben. Eine positive Bemerkung zum Schluss: Der weiter sinkende Preis für eine Kilowattstunde Strom aus der Photovoltaik ist sehr wahrscheinlich auch der Schlüssel für den Schutz der Meere.“

In der Nacht des 12. Dezember 2015 hat sich die Welt nach zweiwöchigen, schwierigen Verhandlungen in Paris auf das erste völkerrechtlich verbindliche Klimaziel geeinigt, die Erwärmung der Erde auf weniger als 2°C zu beschränken. Mit diesem Abkommen verpflichten sich die 195 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen – insbesondere die Industriestaaten – zu ehrgeizigen Zielen ihre CO2 Emissionen in den nächsten Jahrzenten drastisch zu senken und ab 2020 konkrete Maßnahmen dafür zu ergreifen. Das erfordert beispielsweise den Ausstieg aus Kohle und Öl-Förderung und konsequente Investition in erneuerbare Energien. Außerdem müssen die Industrienationen für bereits sichtbaren Klimafolgen vor allem in den Entwicklungsländern aufkommen und 100 Milliarden US $ jährlich in den Green Climate Fund einzahlen. Das historische Abkommen lässt hoffen, dass nun ein Umdenken auf globaler Ebene stattfindet und die Menschheit gemeinsam für den Schutz unseres Planeten und letztendlich für unser Überleben einsteht.
Die Deutsche Meeresstiftung freut sich besonders darüber, dass in dem Klimaabkommen nicht nur 2°C als Obergrenze, sondern 1.5°C als Ziel avisiert wird, wofür sie zusammen mit vielen weiteren Umweltschutzorganisationen, Wissenschaftlern, Instituten, Politikern und vielen anderen vor der Klimakonferenz gekämpft hat. Mit der Einhaltung dieses Zieles wäre das Überleben aller Warmwasserkorallenriffe weltweit gerettet und die schlimmsten Folgen auf die Meere wie weiter steigende Ozeanversauerung vermieden. Auch wenn noch viele Fragen und Lücken des Vertrags geklärt werden müssen und die Umsetzung der Klimaziele nicht garantiert werden kann, ist das Klimaabkommen von Paris ein bedeutsamer Schritt in die richtige Richtung.